Aufenthalt in Norwegen 2018
Start: 25 August
Ende: 21 September
Destination: Norwegen, Trondheim
Am 25.8.2018 fuhr ich mit dem Auto nach München, um von dort aus nach Amsterdam und dann nach Trondheim zu fliegen. In München startete das Flugzeug mit 30 Minuten Verspätung, deshalb musste ich beim Zwischenstopp zum anderen Gate rennen. Während des Fluges war es jedoch sehr entspannend. Vom Flughafen in Trondheim ging es mit dem Bus weiter in die Stadt, zu meinem Apartment, welches mir großzügiger weiße von der Firma zur Verfügung gestellt wurde. Am Sonntag erkundete ich erstmals einen Teil von Trondheim und lernte einige Leute kennen. Am Montag traf ich zum ersten Mal auf meine Arbeitskollegen und meinen Chef. Ich bekam einen Speckstein um zu probieren, wie gut man ihn bearbeiten kann. Nachdem ich ein bisschen probiert habe, gab mir ein Arbeiter einen anderen Stein. Dieser war mit einer Seilsäge grob zugeschnitten und ich sollte ihn auf die vorgesehenen Maße zuschleifen. Das durfte ich aber nicht mit einer Maschine erledigen, sondern dies musste ich mit einem Schleifstein per Hand erledigen. Ich durfte generell keine Maschinen zur Bearbeitung des Specksteines verwenden, da es eine Dombauhütte ist und dort fast alles wie früher gemacht wird. Es dauerte vier Tage, um alle Seiten des Blockes in einen perfekten rechten Winkel zu schleifen. Zuerst kontrollierte ich, wie viel Millimeter ich wegschleifen muss, danach schliff ich vorsichtig mit dem Schleifstein ein wenig weg und kontrollierte erneut mit einem Winkel. Diese Arbeitsschritte wiederholte ich gefühlte hunderte Male. Nachdem dieser Stein fertig geschliffen war, musste ich die Seite, die man, wenn der Block eingebaut ist, sieht, mit einem Steinbeil (beidhändig geführtes Werkzeug) bearbeiten. Wenn man damit eine Fläche bearbeitet, wird diese als „gebeilte Oberfläche“ bezeichnet. In den nächsten zwei Wochen fertigte ich eine Schüssel an. Es benötigte sehr viel Feingefühl, da ich die Schüssel so dünn wie möglich machen wollte. Am Anfang arbeitete ich die Innenseite aus, zuerst schlug ich mit dem Spitzeisen eine grobe Form heraus, die ich dann mit einem Rundeisen verfeinerte. Dasselbe wiederholte ich an der Außenseite. Hier ging ich so vor, dass ich zuerst einen Zylinder arbeitete und danach mit Fasen eine grobe runde Form bildete. Diese verfeinerte ich mit einer Feile. Als ich die Schüssel fertig hatte, war ich 2 Tage direkt beim Dom und half den Arbeitern beim Einbauen einiger Steine. Die Fugen wurden mit einer Fugenmasse gefüllt, die sie selbst hergestellt haben. Am nächsten Tag war ich im Gipsabteil. Dort fertigte ich verschiedene Gipsfiguren an. Dies ist nicht sehr schwer, da man nur eine Gipsmasse in eine Gummiform füllen muss und darauf achten muss, dass sich keine Luftblasen bilden. Nach ein paar Minuten ist der Gips so gut wie ausgetrocknet, dann kann man die Gummiform entfernen. Der nächste Schritt besteht darin, falls sich doch Luftblasen gebildet haben, diese mit Gips aufzufüllen. Am letzten Tag bekam ich die Info, nach der Mittagspause in die Steinmetzwerkstatt zu kommen. Dort versammelten sich alle Arbeiter der Dombauhütte, der Chef brachte einen Kuchen und Tee mit. So verabschiedeten sich alle bei mir und am Ende schenkte mir der Chef eine Jacke mit dem Firmennamen als Aufschrift. Ich hatte dort eine sehr gute Zeit und verbesserte mein Englisch und einige Eigenschaften wie zum Beispiel meine Geduld und ich lernte einige neue Sachen, was die Bearbeitung von Speckstein angeht. Diese kann ich bei anderen Steinen anwenden. An den Wochenenden erkundete ich die Stadt und unternahm etwas mit den Leuten, die ich dort kennenlernte.