Bericht Auslandspraktikum: VOM UNTERRICHT INS ARCHITEKTURBÜRO

VON DEM UNTERRICHT INS ARCHITEKTURBÜRO: HTL-SCHÜLERIN SAMMELT ERFAHRUNG IN SÜDTIROL

Ein Bericht über mein Auslandspraktikum in Brixen als angehende Architektin

In den Sommerferien 2025 hatte ich, Elena Rettensteiner, die besondere Möglichkeit, ein vierwöchiges Auslandspraktikum im Architekturbüro konoA in Brixen, Südtirol zu absolvieren. Als Schülerin der HTL Hallein im Zweig Innenraumgestaltung und Holztechnik war ich gespannt, wie sich das, was ich bisher in der Schule gelernt habe, in einem echten Architekturbüro im Ausland umsetzen lässt. Noch dazu in einem Berufsfeld, das länger als männerdominierend bekannt war – doch genau das hat mich umso mehr motiviert.

Der erste Tag – neue Umgebung, neues Team
Schon am ersten Tag wurde ich freundlich vom Team empfangen. Ich war aufgeregt, schließlich war es mein erstes Praktikum außerhalb Österreichs – in einem anderen Land, einer anderen Arbeitskultur. Aber schnell war mir klar: Architektur ist eine gemeinsame Sprache. Nach einer kurzen Büroführung und Vorstellung der aktuellen Projekte durfte ich gleich bei einem Projekt mitarbeiten – einem größeren Projekt, dass 5 zukünftige Wohnhäuser betrifft.

Mitarbeiten statt zuschauen
Besonders positiv überrascht hat mich, dass ich nicht bloß zuschauen durfte, sondern wirklich eingebunden wurde. Ich arbeitete mit CAD-Programmen wie ArchiCAD, half bei 3D-Visualisierungen und war sogar bei Einteilung von Wohnungen bis zu den Einreichplänen des Projektes dabei.

Kulturelle Einblicke – Architektur zwischen Alpen und Moderne
Südtirol ist ein faszinierender Ort, besonders aus architektonischer Sicht. Die Verbindung von traditionellen Elementen – wie Holz, Naturstein und regionaler Bauweise – mit moderner Architektur hat mich begeistert. Ich durfte miterleben, wie sensibel hier mit Landschaft und Raum umgegangen wird und wie wichtig Nachhaltigkeit ist.
Die Kommunikation im Büro lief auf Deutsch, dass mir eine große Last von die Schultern nahm, da ich nur gering die Sprache Italienisch verstand.

Was ich gelernt habe – fachlich und menschlich
• Technisch: Ich habe viele neue Konzepte kennengelernt, meine CAD-Kenntnisse vertieft und das Zusammenspiel von Entwurf, Planung und Ausführung besser verstanden.
• Kreativ: Ich habe gelernt, wie viel Gestaltungskraft in Architektur steckt – und wie wichtig es ist, dabei auch an die Menschen zu denken, die später darin wohnen oder arbeiten.
• Persönlich: Ich habe erfahren, wie es ist, sich als Schülerin zu behaupten – und wie wichtig es ist, nachzufragen da es keine blöden Fragen gibt. Zusätzlich habe ich gelernt wie wichtig es ist an sich selbst zu glauben und sich auch mal was trauen kann.

Fazit: Eine Erfahrung, die Mut macht
Mein Praktikum in Südtirol war eine der wertvollsten Erfahrungen meiner bisherigen Schullaufbahn. Es hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, Theorie mit Praxis zu verbinden, Grenzen zu überschreiten – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn – und sich nicht von Rollenbildern oder Zweifeln aufhalten zu lassen.
Ich hoffe, dass ich mit meinem Weg auch andere junge Schüler und Schülerinnen motivieren kann, sich in technische Berufe auch ins Ausland zu wagen.
Am Anfang waren viele skeptisch – am Schluss waren sie beeindruckt. Und ich? Ich bin stolz auf das, was ich gelernt und geleistet habe.