Klassenfahrt der 4AHWII nach Brüssel

Bericht über die Klassenfahrt der 4AHWII nach Brüssel – Mai 2025

Vom 11. bis 16. Mai 2025 unternahm die Klasse 4AHWII der HTL Hallein (Informatikzweig) gemeinsam mit zwei begleitenden Lehrkräften eine Klassenfahrt nach Brüssel, organisiert in Zusammenarbeit mit dem Landes-Europabüro Salzburg. Ziel dieser Exkursion war es, europäische Institutionen aus nächster Nähe kennenzulernen, den Schülerinnen und Schülern ein tieferes Verständnis für die Arbeitsweise der Europäischen Union zu vermitteln und den persönlichen Bezug zur europäischen Politik zu stärken.

 

Montag, 12. Mai – Einführung im Salzburger Verbindungsbüro

Eine Gruppe Erwachsener steht beieinander und richtet ihren Blick auf das Hauptprodukt im Bild.
Am ersten Tag unserer inhaltlichen Programmpunkte besuchten wir das Salzburger EU-Verbindungsbüro in Brüssel. Dort erhielten wir durch Mag. Michaela Petz-Michez eine umfassende Einführung in die Arbeit des Büros und die Rolle der Bundesländer auf europäischer Ebene. Besonders spannend war der direkte Einblick in die alltägliche Arbeit eines Verbindungsbüros, das als Schnittstelle zwischen regionaler Politik in Österreich und den zentralen EU-Institutionen fungiert. Es wurde auch thematisiert, wie junge Menschen in europäische Programme wie Erasmus+ oder den Europäischen Solidaritätskorps eingebunden werden können.

 

Dienstag, 13. Mai – Ein Tag bei den großen EU-Institutionen

Konferenzraum, in dem Personen an geschwungenen Tischen sitzen und auf ein zentrales Podium sowie mehrere Bildschirme blicken.
Der Dienstag war besonders intensiv und bot gleich mehrere Höhepunkte. Am Vormittag besuchten wir die Europäische Kommission. Nach einem Sicherheitscheck wurden wir von Astrid Brey empfangen, die uns sehr engagiert die Rolle der Kommission als Exekutive der EU erklärte. Anhand aktueller Themen wie dem Green Deal, Digitalisierungsstrategien und KI-Verordnungen wurde deutlich, wie stark EU-Politik auch unseren Alltag beeinflusst. Die Schüler konnten in einer anschließenden Fragerunde eigene Fragen stellen, etwa zur Regulierung von Künstlicher Intelligenz – ein Thema, das für eine Informatikklasse besonders relevant ist.

 

Etwa 25 Personen posieren vor internationalen Flaggen.
Am Nachmittag waren wir im Rat der Europäischen Union zu Gast. Thomas Brandtner erläuterte die Unterscheidung zwischen dem Rat der EU und dem Europäischen Rat, und erklärte unter anderem, wie Entscheidungen im Ministerrat vorbereitet werden. Besonders eindrucksvoll war der Einblick in die komplexen Verhandlungen zwischen den Mitgliedstaaten, die hinter vielen Richtlinien und Verordnungen stehen. Die Diskussion wurde durch reale Beispiele wie etwa Datenschutzverordnungen oder gemeinsame Regelungen im Onlinehandel veranschaulicht.

 

Die Leute sitzen auf Bänken und verfolgen eine Präsentation vor einer Leinwand.
Im Anschluss daran nahmen wir im Parlamentarium an einem interaktiven Rollenspiel teil, bei dem wir in die Rollen von EU-Abgeordneten und Lobbyisten schlüpften. In Teams debattierten wir über eine fiktive Gesetzesvorlage zu Umweltstandards und erlebten dabei hautnah, wie ein europäischer Gesetzgebungsprozess ablaufen kann – inklusive Abstimmungen, Kompromissfindung und Medienarbeit. Diese Aktivität war nicht nur spannend, sondern auch sehr lehrreich.

 

Mittwoch, 14. Mai – Begegnungen mit Parlamentariern und Regionenvertretern

Menschen posieren gemeinsam vor einem Bildschirm, auf dem Daten und Grafiken zu den Leistungen der politischen Fraktion angezeigt werden.
Der Mittwoch begann mit einem Besuch im Europäischen Parlament, wo wir einen Termin mit dem österreichischen EU-Abgeordneten Reinhold Lopatka (EVP) wahrnahmen. Herr Lopatka berichtete uns über seine Arbeit im Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten und beantwortete zahlreiche Fragen – von der Rolle der EU in weltpolitischen Konflikten bis hin zur Bedeutung von Cybersicherheit. Anschließend nahmen wir auf der Besuchertribüne Platz und konnten eine laufende Plenarsitzung verfolgen, was einen sehr authentischen Eindruck vermittelte.

 

Menschen posieren vor einem Schild des Europäischen Ausschusses der Regionen.
Am Nachmittag trafen wir im Ausschuss der Regionen (AdR) auf Carmen Kiefer, die uns erklärte, wie Städte und Regionen über dieses Gremium Einfluss auf die EU-Politik nehmen. Besonders interessant war hier der Fokus auf regionale Entwicklung und Förderprogramme, die auch für kleinere Gemeinden in Österreich relevant sind. Auch Fragen zur Energiewende und nachhaltigen Stadtentwicklung wurden thematisiert.

 

Donnerstag, 15. Mai – Österreichs Stimme in Brüssel

Eine Gruppe posiert gemeinsam drinnen auf einem Boden mit Schnittmustern.
Zum Abschluss unseres EU-Programms besuchten wir die Ständige Vertretung Österreichs bei der EU. Dort wurde uns erklärt, wie Österreich in Brüssel diplomatisch vertreten ist und wie die Abstimmungen zwischen den österreichischen Ministerien und den EU-Institutionen ablaufen. Eine Mitarbeiterin schilderte ihren Alltag und vermittelte ein realistisches Bild von den Herausforderungen diplomatischer Arbeit auf europäischer Ebene. Besonders beeindruckend war, wie professionell und gleichzeitig flexibel dieses Team auf kurzfristige politische Entwicklungen reagieren muss.

 

Fazit

Die Klassenfahrt nach Brüssel war nicht nur eine spannende Reise in die Hauptstadt Europas, sondern auch ein äußerst informativer Einblick in die Welt der Europäischen Union. Die Begegnungen mit Entscheidungsträgern, die Diskussionen über aktuelle Themen wie Digitalisierung, Klimapolitik und internationale Zusammenarbeit sowie die Möglichkeit, Institutionen aus erster Hand kennenzulernen, haben bei vielen Schülerinnen und Schülern das Interesse an europäischen Themen geweckt oder vertieft. Einige überlegen nun sogar, ein Praktikum in Brüssel zu absolvieren oder sich stärker im Rahmen von EU-Projekten zu engagieren.

Wir bedanken uns beim Salzburger Landes-Europabüro für die großartige Organisation und die Möglichkeit, an diesem Programm teilzunehmen.