Erasmus Auslandspraktikum
Mit Unterstützung durch Erasmus+ können Schülerinnen und Schüler, während eines finanziell geförderten Auslandspraktikums wertvolle Berufserfahrungen sammeln. „Lernen durch Machen“ – so lautet das Motto.“ Diese Chance haben letzten Sommer mehrere Schüler:innen der HTL Hallein genutzt.
Dabei gewinnen Sie nicht nur Einblicke in die Kultur des Gastlandes, sondern verbessern auch Ihre Sprachkenntnisse – ein Vorteil, der Ihre beruflichen Chancen nach dem Abschluss erheblich steigern kann.
Nachfolgend findet ihr zwei Erfahrungsberichte von Emma Burgstaller und Gerhard Hangöbl, die im vergangenen Sommer wertvolle Einblicke und praktische Erfahrungen während ihres Praktikums im Ausland sammeln konnten.
Wenn euer Interesse geweckt wurde, könnt ihr euch an Michael Sobota, den Erasmus-Koordinator der HTL Hallein im Bereich Berufsbildung, wenden.
Er steht euch mit umfassenden Informationen und jahrelanger Erfahrung zur Seite.
michael.sobbota@htl-hallein.at
VON DER SCHULBANK AUF DIE BAUSTELLE: HTL Hallein-SCHÜLERIN EROBERT EINEN MÄNNERBERUF
Emma Burgstaller erzählt über ihr Praktikum als Bodenlegerin
„In den diesjährigen Sommerferien hatte ich, Emma Burgstaller, die wunderbare Gelegenheit, ein fünfwöchiges Praktikum als Bodenlegerin bei der Firma HERA Raumdesign zu absolvieren. Als Schülerin der HTL-Hallein für Innenraumgestaltung und Holztechnik war ich neugierig, wie sich das theoretische Wissen aus der Schule in der Praxis anwenden lässt und welche neuen handwerklichen Fähigkeiten ich erlernen könnte. Dieses Praktikum bot mir nicht nur einen Einblick in das Handwerk, sondern brachte mir auch große Erfahrungen und Erkenntnisse.
Mein Start ins Praktikum
Schon am ersten Tag wurde ich herzlich vom Team empfangen und direkt zur ersten Baustelle mitgenommen. Die Atmosphäre in der Firma war von Anfang an angenehm und ich fühlte mich sofort als Teil des Teams. Ich begann, die grundlegenden Aufgaben eines Bodenlegers zu erlernen. Dazu gehörte das Vorbereiten der Untergründe, was von entscheidender Bedeutung für ein sauberes und schönes Ergebnis ist. Dabei wurde mir gezeigt, wie wichtig es ist, Unebenheiten im Boden auszugleichen, um eine optimale Basis für die weiteren Arbeitsschritte zu schaffen.
Lernen durch Machen
Ein besonderer Schwerpunkt meines Praktikums lag auf dem Verlegen von unterschiedlichen Bodenbelägen, darunter Teppich, Laminat und Parkett. Das Zuschneiden und exakte Anpassen der Materialien an die Raumbedingungen waren oft eine Herausforderung, die Genauigkeit erforderte. Die größte Schwierigkeit dabei war das Anpassen an schiefe Wände. Anfangs hatte ich Bedenken, Fehler zu machen, da ein ungenauer Schnitt den gesamten Bodenbelag ruinieren könnte. Doch mit der Zeit und der Unterstützung meines Chefs konnte ich meine Fähigkeiten verbessern und nach kurzer Zeit eigenständiger arbeiten.
Eine besonders lehrreiche Aufgabe war das Verlegen von Parkettböden, da hier nicht nur technisches Geschick, sondern auch ein gutes Auge für ästhetische Details gefragt ist. Ich durfte dabei eigenständig die Parkettböden auf deren Maß zuschneiden und danach verlegen, was mir großes Vertrauen in meine Fähigkeiten gegeben hat.
Die Bedeutung von Teamarbeit und Kommunikation
Ein weiterer Aspekt, den ich in dieser Zeit besonders schätzte, war die Teamarbeit. Die Kommunikation und Abstimmung mit den Kollegen waren wichtig, um die Projekte effizient und erfolgreich abzuschließen. Ich lernte, wie wichtig es ist, im Team Hand in Hand zu arbeiten und sich gegenseitig zu unterstützen. Die positive Arbeitsatmosphäre und der freundliche Umgang miteinander haben meinen Lernprozess erheblich gefördert und dazu beigetragen, dass ich mich wohl und motiviert fühlte. Dank meines tollen Teams, hatte ich keinen einzigen Tag, an dem ich keine Lust auf die Arbeit hatte.
Eine wertvolle Erfahrung
Ich bin sehr dankbar, dass ich die Gelegenheit hatte, mein Praktikum in einer so tollen und unterstützenden Firma wie HERA-Raumdesign absolvieren zu dürfen. Diese Erfahrung hat mir nicht nur einen umfassenden Einblick in das Handwerk des Bodenlegers gegeben, sondern auch meine Leidenschaft für die praktische Umsetzung von Gestaltungsideen geweckt. Ich habe erkannt, wie wichtig es ist, theoretisches Wissen mit praktischer Erfahrung zu ergänzen, und wie viel Freude es bereiten kann, mit den eigenen Händen etwas zu schaffen. Darüber hinaus hat mir das Praktikum gezeigt, wie vielfältig die Arbeit als Bodenlegerin ist. Es war spannend zu erleben, wie man durch die Wahl des richtigen Bodenbelags die Atmosphäre eines Raumes völlig verändern kann. Ich habe großen Respekt vor dem handwerklichen Können meiner Kollegen gewonnen und selbst gemerkt, wie viel Kreativität und Präzision in diesem Beruf gefragt ist.
Für meine Zukunft hat mir das Praktikum viele neue Perspektiven eröffnet. Es hat mir klar gemacht, dass ich nach meiner Ausbildung an der HTL weiterhin im Bereich der Raumgestaltung tätig sein möchte. Besonders der praktische Part, also das direkte Umsetzen von kreativen Ideen, hat mir sehr gefallen.
Fazit
Rückblickend war das Praktikum bei HERA-Raumdesign eine äußerst lehrreiche und inspirierende Zeit. Es hat mir nicht nur ermöglicht, wertvolle praktische Erfahrungen zu sammeln, sondern auch meine beruflichen Interessen und Fähigkeiten besser kennenzulernen. Ich bin dankbar für die Unterstützung und das Vertrauen, das mir entgegengebracht wurde und bin gespannt wie ich die Fähigkeiten, die ich in diesem Praktikum gesammelt habe, in meiner Zukunft einsetzten kann. Ich hoffe auch das ich mit diesem Bericht und mit meiner Teilnahme an diesem Praktikum Mädchen und Damen sowie Firmen beweisen und motivieren kann, dass Frauen genauso wie Männer auf der Baustelle arbeiten können.“
Am Anfang waren alle skeptisch und am Schluss waren sie begeistert.
Mein Praktikum in der Xantner-Dombauhütte
Gerhard Hangöbl berichtet über seine Erfahrungen in einer Gotischen Kirche
„In den Sommerferien 2024 hatte ich, Gerhard Hangöbl, die Möglichkeit, einen Eindruck in die Restaurierung rund um den Xantner Dom und anderen dazugehörigen erneuerungsbedürftigen Gebäuden zu gewinnen. Da ich in die HTL-Hallein gehe und den Zweig Bildhauerei besuche, war ich schon gespannt, wie ich mein theoretisches und praktisches Wissen umsetzen kann.
Anreise und Ankunft
Als ich nach einer 9-stündigen Anreise mit dem Zug in Xanten ankam, war ich beeindruckt, welch eine schöne Altstadt es dort gibt. Als ich in der Dombauhütte eintraf, wurde ich herzlich von dem kleinen Team empfangen. Ich durfte mir sofort die überwältigende Kirche von innen anschauen und kam mehrmals an Orte wie das Gewölbe von oben, an die man nur kommt, wenn man in der Dombauhütte arbeitet.
Meine Erfahrungen
Als ich am Dach des Domes hinaufgestiegen war, kontrollierten der Dombaumeister und ich die beschädigten Schieferschindel und dichteten sie provisorisch ab. Meine Tätigkeit war an fast jedem Tag anders, da zu dem Zeitpunkt, als ich dort war, es an Aufträgen mangelte, die von der Kirche hätten bezahlt werden müssen, wie zum Beispiel das Anbringen eines Sicherheitsglases zum Schutz der reich verzierten bunten Glasfenster oder das Austauschen beschädigter Steinskulpturen und anderen aus Stein angebrachten Teilen.
So war die nächste anfallende Arbeit, die zu erledigen war, eine Ziegelstufe, wo ich kaputte Ziegel herausnahm und sie mit neuen ersetzte. Dabei ist mir der Beruf Maurer, den ich, bevor ich in die Schule gegangen bin, ausgeübt habe, zugutegekommen. Ich habe nach dem Praktikum festgestellt, dass sich die Bildhauerei gut mit meinem vorherigen Beruf kombinieren lässt. Als mein Chef festgestellt hat, dass ich Erfahrungen in Verputz-Arbeiten habe, hat er mich gebeten, renovierungsbedürftige Stellen frei zu stemmen und diese zu verputzen.
Außerdem habe ich mit einem anderen Arbeitskollegen eine Überdachung für Steine montiert. Zudem haben wir Abdichtungsarbeiten an einem Pavillon vorgenommen, Fenster ausgetauscht und ein Relief restauriert, die alle an dem Pavillon angebracht waren. Dieser wird für Hochzeitzwecke genutzt.
Die letzte Woche durfte ich damit verbringen, mir ein Relief auszudenken, ein Tonmodell anzufertigen und dieses in Stein zu hauen. Leider konnte ich dieses aus Zeitgründen nicht fertigstellen.
Fazit
Rückblickend hat mir das Arbeiten in Xanten sehr gut gefallen. Ich habe viele Erfahrungen sammeln dürfen, habe neue Freundschaften geschlossen und möchte in meinem späteren Leben unbedingt mehr Tätigkeiten in der Restaurierung ausüben.“
„Von der Europäischen Union finanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen der Autorin oder des Autors bzw. der Autorinnen oder Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der OeAD-GmbH wider. Weder die Europäische Union noch die OeAD-GmbH können dafür verantwortlich gemacht werden.“
