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Zwischenstation HTL-Hallein

Quelle: www.fluchtistkeinverbrechen.at

Am 21.4.2010 gab uns ein außergewöhnlich anspruchsvoller Schriftsteller in der schuleigenen Bibliothek die Ehre, Auszüge aus seinen viel geschätzten Werken vorzutragen und Fragen der interessierten und neugierigen Schüler und Schülerinnen der 5.Klassen ausführlich zu beantworten: Vladimir Vertlib.

In unterhaltsamen 2 Stunden erzählte der gebürtige Russe V. Vertlib von Erfahrungen aus seinem Migrantenleben und beschrieb die vorübergehenden Aufenthalte an den verschiedensten Orten der Welt. Darunter berichtete er aus seiner Kindheit in Wien, wo er bereits im Alter von 6 Jahren Erfahrung mit Verachtung der Einheimischen und Ausländerfeindlichkeit machte.

Über Beschimpfungen wie „depperter Grschoppn“ oder „Tschutsch“ kann Vertlib heute lachen. Im Kindesalter allerdings verteidigte er seine fleißig arbeitenden Eltern schluchzend, die von einem Nachbarn abwertend als Bagage bezeichnet wurden. Bagage? Er verstand nicht, warum seine Eltern Gepäck sein sollten. „Meine Eltern sind keine Koffer!“ „Doch!“ brüllte der Mann. „Vollkoffer.“ 

Lachen breitete sich in der Bibliothek aus, denn V. Vertlib amüsierte uns Schüler mit einer derart treffenden Schreibweise, welche er gekonnt abwechselnd im Wiener Dialekt und mit russischem Akzent vorzulesen verstand.

Ebenso humorvoll schilderte Vertlib die Situation in einem Flugzeug, das in München landen sollte. Ein bärtiger Araber verschwindet längere Zeit auf die Flugzeugtoilette, woraufhin eine vorurteilbehaftete Mitreisende beginnt Panik zu verbreiten. Eine Bombe soll der nun schon 10 Minuten abwesende, grimmig blickende und verdächtig wirkende Ausländer im WC präparieren, welche die gesamte Besatzung in den Tod reißen sollte.

„What is the difference between an Arab and a bomb?“ wirft ein englischsprechender Passagier ein.

Um die lauter werdende Massenpanik zu unterbinden, wird eine Notlandung in Nürnberg eingeleitet. Der beschuldigte Attentäter wird festgehalten und von den Augen der Flugzeuginsassen vorwurfsvoll und feindlich gemustert. Ob der vermeintliche Terrorist tatsächlich einen Anschlag plante oder ihn ein menschliches Bedürfnis hinter der verschlossenen Toilettentür hielt, blieb offen.

Schade eigentlich, dass uns der Ausgang der Geschichte vorbehalten blieb, wo wir doch gerade die bildliche Vorstellungskraft besaßen, in dem Flugzeug dabei gewesen zu sein.

Einige Schüler hatten die Gelegenheit eines der begehrten Bücher Vertlibs zu ergattern und sie persönlich von ihm signieren zu lassen.

Fazit:

Der Besuch des Autors Vladimir Vertlib war Dank der gehörigen Portion Ironie, der farbigen Ausschmückung seiner Erzählungen und aufgrund seiner realistisch authentischen Persönlichkeit eine spannende Veranstaltung, die wir im Nachhinein sehr schätzen und nicht missen möchten.

Linda Präauer, 5 AHIHM

Bericht zur Lesung mit Vladimir Vertlib

Am 21. April 2010 hatten vier Klassen der HTL-Hallein die Möglichkeit, einen Vortrag des Schriftstellers Vladimir Vertlib zu genießen und sich  mit dem aus der ehemaligen Sowjetunion emigrierten Mann  über viele interessante und höchst aktuelle Themen auszutauschen.

Herr Vertlib las aus zwei von seinen Werken vor. Zum einen war das der Roman „Zwischenstationen“, welcher einen autobiographischen Hintergrund hat, zum anderen das Buch „Am Morgen des zwölften Tages“.                                                                                       

Im Buch „Zwischenstationen“ beschreibt der renommierte Schriftsteller seine Erfahrungen als Emigrant und der Suche nach einer neuen Heimat. Es zeigt auch den Umgang der „Einheimischen“ mit den Asylwerbern auf.

Aus dem Buch „Am Morgen des zwölften Tages“ hörten wir eine sehr bedrückende Geschichte, in welcher die Vorurteile gegenüber der islamischen Kultur im Mittelpunkt stehen.        Es ist schockierend, wie viele Vorurteile in unserer Gesellschaft, gegen auf den ersten Blick fremd wirkende Dinge, vorhanden sind. Auch die Tatsache, dass aufgrund voreiliger Schlüsse manche Menschen ihre Konflikte mit Gewalt lösen, ist erschütternd.

Diese beiden Werke sind für mich gesellschaftskritische Werke, welche zum Nachdenken anregen.      Es sind Texte, geschrieben mit einer sehr einfachen Sprache und einer gewissen Ironie, die den Lesern auf eine amüsante Weise Fehler aufzeigen, welche man auch oftmals selber begeht.    Es wird der Gesellschaft, mit dieser ironischen Sprache ein Spiegel vorgehalten.         Dadurch soll ein Anstoß in der Gesellschaft erreicht werden, damit man den Menschen mit dem nötigen Respekt gegenüber tritt.

Etwas Besonderes war es natürlich auch, Antworten aus erster Hand zu kriegen. Herr Vertlib berichtete über seine Erfahrungen. Er antwortete sehr ausführlich und sprach sehr offen über seine Zeit als „Reisender“ und den Eindrücken ein Fremder zu sein. 

Diese Lesung war eine sehr gelungene Veranstaltung und hat es, glaube ich, geschafft, die Schüler zum Nachdenken anzuregen. Meiner Meinung nach konnte jeder etwas Positives aus diesem Gespräch mitnehmen.

Egger, Roland 5 AHBTB